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Die Ratsapotheke von Einbeck
von Wolfgang Kampa
Beim Stadtbrand von 1540 wurde Einbeck völlig zerstört. Wie alle anderen Häuser musste auch die Ratsapotheke neu erbaut werden. Insgesamt handelt es sich um einen Gebäudekomplex, der von der Mitte bis zum Ende des 16. Jahrhunderts errichtet wurde. Bis 1562 wurde das Gebäude als Apotheke und Versammlungsort des Rates genutzt. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude verputzt und erst hundert Jahre später wieder freigelegt. 1998 wurde die Apotheke restauriert und »ochsenblutrot« gestrichen. Insgesamt besteht die Ratsapotheke aus fünf Gebäuden: Zwei Gebäude an der Vorderseite, die beiden Hinterhäuser und ein Apothekenanbau. Die drei letzteren waren so genannte »Buden« ohne Braurecht. An vielen Einbecker Häusern wurden die Lichtverhältnisse im Inneren durch Erker verbessert, die unter anderem an der Ratsapotheke und am Brodhaus heute noch zu erahnen sind. Der Vorhangbogen über dem dritten und vierten Fenster des Zwischengeschosses fehlt an der Apotheke, dafür fanden sich Zapflöcher, die für das Vorhandensein einer so genannten »Utlucht« sprechen. Die Seitenwände zur Münsterstraße zeigen in der Konstruktion und im Schmuckstil einen älteren Baustil. Nach dem Stadtbrand von 1826 mussten die Einbecker Fachwerkhäuser aus Brandschutzgründen mit einer dicken Putzschicht versehen werden. Erst im Mai 1929 wurde die »schmutziggraue Hülle aus Lehmverputz« der Ratsapotheke entfernt.
56 Fotos von Wolfgang Kampa:
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