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Das Brodhaus auf dem Einbecker Marktplatz

von Wolfgang Kampa
Auf dem Einbecker Marktplatz steht vis à vis zum Eulenspiegelbrunnen das Brodhaus. Schon der Vorgängerbau des Brodhauses war eine Schenkung aus dem Jahr 1333 an die Bäckergilde. Als Mitglied eines Bettelordens war es einem Augustiner-Eremiten nicht erlaubt, persönlichen Besitz zu haben. Ein Bruder Heinrich, von dem nur der Vorname überliefert ist, vermachte vor 1333 »der BeckerGilde daselbst zu Einbeck seines Vatern eigenthümbliche Hauß/ (welches im durch den tödtlichen Abgang seiner Eltern/ Brüder und Schwester Erblich angefallen). « Dabei handelt es sich wahrscheinlich um den Vorgängerbau des Brodhauses am Marktplatz.

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An vielen Einbecker Häusern wurden die Lichtverhältnisse im Inneren durch Erker verbessert, die z. B. an der Ratsapotheke und am Brodhaus heute noch zu erahnen sind. An der Hausecke zur Münsterstraße hängt seit mehr als 200 Jahren das alte schmiedeeiserne Schild der Bäckergilde. Es zeigt zwei Löwen, die auf einem Hügel stehen. Die Löwen halten mit einer Pranke das über ihnen befindliche Erkennungszeichen der Bäcker, einen großen Krengel. Mit der anderen Pranke stützen sie eine aus fünf Brötchen bestehende Säule. Im Jahre 1782 pachtete Johann Justus Hauenschild das Brodhaus. Im Bäckergildenbuch ist verzeichnet, dass er im gleichen Jahr der Bäckergilde das neue Schild geschenkt habe. Als er zehn Jahre später vom Pachtvertrag zurücktrat, musste ihm allerdings der neue Pächter zehn Taler für das Schild zurückerstatten. Auf das Spruchband am unteren Ende des Schildes ist die Jahreszahl 1800 aufgemalt. Möglicherweise wurde sie vom letzten Pächter des Brodhauses, Johann Friedrich Schrader angebracht, der das Brodhaus am 20. August 1800 für eine jährliche Summe von 60 Talern pachtete. (Text: Wolfgang Kampa)